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Dooring-Unfälle: Mehr als jeder dritte Fahrrad Fahrende fürchtet sich davor

Neue Umfrageergebnisse der Kampagne „Kopf drehen, Rad Fahrende sehen!“

01. Oktober 2019 - Wer beim Aussteigen aus dem Auto den Blick in den Spiegel und über die Schulter vergisst und dennoch die Autotür öffnet, gefährdet damit von hinten heranfahrende Rad Fahrende. Kollidieren sie mit der Fahrzeugtür, sind oft Stürze mit Kopf- oder Beinverletzungen die Folge. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Rahmen der Kampagne „Kopf drehen, Rad Fahrende sehen!“ haben rund 45 Prozent der befragten Rad Fahrenden schon mindestens einmal beinahe einen solchen Dooring-Unfall erlebt.

Fast jeder zweite Rad Fahrende ist beinahe mit einer Fahrzeugtür kollidiert

Eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) im Rahmen der Kampagne liefert neue Ergebnisse zur Gefahr von Dooring-Unfällen: Insgesamt 45 Prozent der befragten Rad Fahrenden waren mindestens schon einmal beinahe, sechs Prozent sogar schon einmal, in eine Kollision mit einer geöffneten Fahrzeugtür verwickelt. Rad Fahrende in Wohnorten mit über 100.000 Einwohnern haben überdurchschnittlich häufig einen solchen Unfall beinahe schon einmal erlebt.

Jeder Dritte ist mit Angst vor einem Dooring-Unfall auf dem Rad unterwegs

Mehr als ein Drittel der regelmäßig Rad Fahrenden (38 Prozent) hat (fast) immer oder häufig generell Angst mit einer sich plötzlich öffnenden Fahrzeugtür zusammenzustoßen und zu stürzen. Frauen geben diese Angst tendenziell etwas häufiger an als Männer. Ganze 65 Prozent der befragten Rad Fahrenden sind der Ansicht, dass Fahrzeuginsassen vor dem Aussteigen selten oder nie das Umfeld mit einem Spiegel – oder Schulterblick überprüfen.

Neue Kampagne klärt Fahrzeuginsassen auf und liefert Tipps

Ziel der im August gestarteten Kampagne ist es vor allem Fahrzeuginsassen und Rad Fahrende für die Gefahr von Dooring-Unfällen zu sensibilisieren. „Schwere Verkehrsunfälle passieren selbst bei 0 km/h. Pkw Fahrende und Insassen sollten sich daher ihrer Sorgfaltspflicht beim Ein- und vor allem Aussteigen bewusst sein und vor dem Öffnen der Tür am besten den holländischen Griff anwenden“, so DVR-Präsident Prof. Dr. Walter Eichendorf. Beim „holländischen Griff“ öffnet man die Autotür nicht mit der Hand, die der Tür am nächsten ist, sondern mit der anderen Hand. Dabei dreht sich automatisch der Oberkörper und erleichtert so den Schulterblick. Die Tür sollte erst vollständig geöffnet werden, wenn keine Rad Fahrenden zu sehen sind. Rad Fahrende sollten zum Schutz vor Dooring-Unfällen dennoch aufmerksam an längs parkenden Fahrzeugen vorbei fahren. Dabei sollten sie auf erste Signale achten, die das Aussteigen von Insassen aus dem Fahrzeug erkennen lassen und im Zweifelsfall langsamer fahren oder sogar anhalten.