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Risiko raus!UK | BGDVR Deutscher VerkehrssicherheitsratVision Zero

Eine UK/BG/DVR-Schwerpunktaktion

Einleitung

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Großteil von uns hält sich ganz selbstverständlich an Verkehrsregeln. Im Straßenverkehr bleiben wir nüchtern, beachten Tempolimits und stoppen an roten Ampeln. Umso mehr ärgert es uns, wenn andere Verkehrsteilnehmer keine Rücksicht zeigen. Wir erleben es jeden Tag: Im Auto schimpfen wir über Blinkmuffel und fürchten aggressive Drängler. Auf dem Fahrrad stören uns zugeparkte Radwege oder zu eng vorbeifahrende Lkw. Als Fußgänger hadern wir mit „Rot-Gehern“, die unseren Kindern ein schlechtes Vorbild sind, oder „Fahrradrowdys“ auf dem Bürgersteig. Doch sind es tatsächlich immer nur die anderen, die sich falsch verhalten? Vermeintlich kleinere Verkehrssünden wie Fahren mit leicht überhöhter Geschwindigkeit oder das Überqueren einer roten Fußgängerampel haben fast alle Verkehrsteilnehmer schon einmal begangen. „Ich hatte es eilig“ oder „es kam sowieso kein Auto“, sind typische Ausreden, mit denen wir unser Verhalten rechtfertigen und für normal erklären. Vor einer Bestrafung haben wir kaum Angst, denn falls wir überhaupt erwischt werden, sind die Bußgelder in Deutschland relativ niedrig. Und ein schlechtes Gewissen bekommen wir auch nicht: Schließlich glauben wir, die Situation jederzeit im Griff zu haben.

Wie trügerisch dieses Vertrauen in unsere eigenen Fähigkeiten sein kann, zeigt eine repräsentative Studie des Forsa-Instituts aus dem Jahr 2010. Demnach schätzten 72 Prozent der deutschen Autofahrerinnen und Autofahrer ihre Kenntnisse zum Thema Verkehrsregeln als „topfit“ ein. Ein anschließender Test kam zu einem anderen Ergebnis: Im Schnitt bewerteten die befragten Personen jede dritte Verkehrssituation völlig falsch. In komplizierten Verkehrsabläufen souverän, richtig und sicher zu handeln, ist offenbar schwieriger als viele glauben. Zum Beispiel als Autofahrer im Stadtverkehr: Man muss nicht nur den Wagen sicher steuern – es gilt auch vorausfahrende Fahrzeuge, den Gegenverkehr, Radfahrer, Fußgänger und Baustellen zu beachten. Zeitdruck kann in dieser Situation leicht zu Stress führen. Die Lage verschärft sich, wenn sich Verkehrsteilnehmer „blockiert“ fühlen. Ampeln, Verkehrsschilder oder Vorfahrtsregeln sorgen dafür, dass nicht nur wenige, sondern alle im Straßenverkehr zu ihrem Recht kommen. Trotzdem rufen sie bei manchen Verkehrsteilnehmern Aggressionen hervor. Und Aggressionen fördern nachweislich Verhaltensweisen wie zu schnelles Fahren oder die Nichteinhaltung von Abständen und Vorfahrtsregeln – drei häufige Ursachen für Unfälle.

Sind also Regeln und ihre Einhaltung für die Verkehrssicherheit überflüssig? Nein, klare Verkehrsregeln als Handlungsvorschriften sind unersetzlich. Sie geben den Ordnungsrahmen vor, an den sich jeder halten muss – die anderen genauso wie wir selbst. Nur so können alle Verkehrsteilnehmer, auch schwächere wie Kinder oder Senioren, sicher am Verkehr teilnehmen. Regeln bewusst einzuhalten, heißt, Verantwortung für andere zu übernehmen. Mit diesem Internetauftritt wollen wir die Hintergründe für Verhaltensweisen im Straßenverkehr beleuchten. Denn wer sein Verhalten versteht, kann es bewusst steuern und eingefahrene falsche Verhaltensweisen ändern. Besonders wichtig ist es, den Blick für die Situation anderer Verkehrsteilnehmer zu schärfen. Dadurch schaffen Sie ein Plus an Sicherheit für sich selbst und alle anderen.

Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen Ihre Regel-gerecht-Redaktion


Fragen an PD Martin Mönnighoff

 

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Im Video zur UK/BG/DVR-Schwerpunkt­aktion diskutieren Experten über den Sinn von Regeln im Straßenverkehr.

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