zum Inhalt

Risiko raus!UK | BGDVR Deutscher VerkehrssicherheitsratVision Zero

Eine UK/BG/DVR-Schwerpunktaktion

Wenn nur der eigene Vorteil zählt

Wer sich im Straßenverkehr bewusst falsch verhält, hat meist konkrete Gründe. Nur in den seltensten Fällen steckt die Lust am Verbotenen dahinter. Viel wichtiger ist der vermeintliche persönliche Vorteil, den wir sehen, wenn wir Verkehrsregeln zu unseren Gunsten auslegen oder sogar ignorieren. Denn in konkreten Verkehrssituationen lassen wir uns leicht von unseren Denkmustern und Gefühlen überrumpeln.

Der kurzfristige Erfolg

Verhaltensweisen, die besonders schnell einen Gewinn versprechen, sind bei einigen Menschen sehr beliebt. Spekulanten an der Börse verfolgen oft keine langfristigen Anlagestrategien, sondern möchten zügig Profit einfahren. Der Roulettespieler im Casino hat kein Interesse daran, langsam seinen Einsatz zu vermehren. Er will verdoppeln, verdreifachen, wenn möglich sogar verzehnfachen – und zwar sofort. Dieses Verhaltensmuster findet sich auch im Straßenverkehr. Wer jeden Tag durch Drängeln und rücksichtslosen Einsatz der Lichthupe das Gefühl hat, schneller ans Ziel zu kommen, verbucht den Zeitgewinn als Erfolg. Dasselbe gilt für denjenigen, der keine Lust hat, lange einen Parkplatz zu suchen. „Warum auch, die Feuerwehrzufahrt ist doch frei und wird sowieso nie benutzt“, scheint sich so mancher zu denken. Die Methode, mit der man diesen kurzfristigen Erfolg erreicht, bleibt haften, wird durch Wiederholung eingeübt und irgendwann verinnerlicht. Dann ist es irgendwann ganz normal, dass man Ampeln bei „Dunkelgelb“ überfährt oder dort parkt, wo es nicht erlaubt ist.

Leistungsorientierung in allen Lebenslagen

Wir wollen vor allem für uns selbst das Beste und suchen im beruflichen sowie im privaten Umfeld den Respekt und die Anerkennung von anderen. Dazu kommen die Leistungsanforderungen der modernen Industriegesellschaft. Egal ob in der Schule, der Ausbildung oder im Job – der Wettbewerb zwischen den Menschen um Ansehen und Einkommen ist hoch. Der Druck, sich zu behaupten, steigt. Eigenschaften wie Pünktlichkeit, Termintreue und Durchsetzungsvermögen verbinden sich so immer stärker mit den eigenen Interessen. Ohne ein gewisses Maß an Risikobereitschaft sind diese Ideale nicht erreichbar. Dies bleibt auch für den Straßenverkehr nicht ohne Folgen: Wer im Beruf immer der Erste und der Beste sein muss, überträgt dieses Verhalten auch auf die Straße. Zu hohe Geschwindigkeiten, missachtete Vorfahrtsregeln und mangelnde Rücksicht auf schwächere Verkehrsteilnehmer sind die Folge.

Das Risiko von Unfällen erhöht sich zusätzlich, wenn äußere Umstände die eigenen Ziele und damit das eigene Ansehen gefährden. Denn dann wird man emotional und impulsiv. Das kennt jeder, der dringend zu einem Geschäftstermin muss, aber im Stau stecken bleibt. Oder wenn man sich beim Wechsel des Fahrstreifens nicht einordnen kann, weil jemand anders sich vordrängt. Aufregung, Nervosität und Wut fördern einen Zustand, in dem man die anderen Verkehrsteilnehmer nur noch „besiegen“ will. Diese Gefühle überlagern dann jede Besonnenheit. Es kommt zu Kurzschlusshandlungen: Genau wie ein Ertrinkender, der sich in seiner Panik an den Retter krallt und ihn mit in die Tiefe zieht, kann der Betroffene seine Handlung nicht mehr abwägen. Er rastet aus und gefährdet so sich und alle anderen Verkehrsteilnehmer.


Weiter

 

Video

Im Video zur UK/BG/DVR-Schwerpunkt­aktion diskutieren Experten über den Sinn von Regeln im Straßenverkehr.

Gewinnspiel

Reisen Sie mit der UK/BG/DVR-Schwerpunktaktion REGEL-GERECHT nach Barcelona. Insgesamt warten bei unserem Gewinnspiel 100 attraktive Preise auf Sie.

Multiple-Choice-Test Außerorts

Testen Sie Ihr Wissen zum Thema Regeln Außerorts

Multiple-Choice-Test Innerorts

Testen Sie Ihr Wissen zum Thema Regeln Innerorts

Umfrage

Ihre Meinung zum regelgerechten Verhalten ist gefragt!